The Trouble with painting
Susanne Prinz - published in the catalogue Monomodul - Raum für Kunst - Aachen - 2011; translation: Sabine Kranz
{...} In Boese ́s works, circle and rectangle, both shapes of great symmetry, are in a state of crisis. They were pushed from the clear geometry of two-dimensionality into the complicated world of fractals by means of a simple mechanical intervention. Chaos replaces repetition obeying the laws of spatial geometry and opens the door to the ambiguity of the physiology of perception. Foreground and background suddenly appear on the same pictorial level because the whiteness of the paper, pushing through the gaps of the disrupted structures, makes motif and space appear as one. {...}
Monographs
- Monomodul Publisher: Raum für Kunst, Aachen 2011; Essay: Susanne Prinz
- Grids and Grooves Publisher: Galerie MARS, Berlin 2008; Essay: Susanne Prinz
- One Publisher: Galerie Nord / Kunstverein Tiergarten, Berlin 2005; Essay: Dr. Friedrike Hauffe
Collective catalogues
- Punkt.Systeme - vom Pointillismus zum Pixel Wilhelm Hack Museum Ludwigshafen, Kehrer Verlag, Berlin/Heidelberg 2012
- Prolog 9 Heft für Zeichnung und Text, Berlin 2012
- Premi de Pintura International Guasch Coranty Edition der Fundació Guasch Coranty, Barcelona 2008
- Galerie Weisser Elefant 1987 - 2007 Galerie Weisser Elefant, Berlin 2007
- The Art of Drive and Control Kunstwettbewerb der Bosch Rexroth AG, Würzburg 2007
- La intimidad y el distanciamiento Museo de Arte de El Salvador, San Salvador 2007
- Große Kunstausstellung Villa Kobe, Kunst Halle e.V., Halle, 2004
Curriculum
- 1972   born in Beira, Mozambique
- 1993 - 1997 graduation in painting and etching at the Academy of Fine Arts Maastricht, the Netherlands
- 1998 - 2001 postgraduate studies at the Institute for Art in Context, Berlin University of Fine Arts
- lives in Berlin
Grants / Nominations
- 2013 support for international cultural exchange from the Senate Chancellery Cultural Affairs Berlin
- 2012 nomination for the Christine-Perthen-Price for etching from the Berlinische Galerie, Berlin
- 2011 purchase by the German Lottery Foundation for Berlin´s art collections
- 2010 studio visit from the Fine Arts Funding Comission from the Senate Chancellery Cultural Affairs Berlin
- 2009 award for young artists with a booth at the Contemporary Art Ruhr, Essen
- 2006 nomination for the Gasag Art Prize, Berlin
Curatorial projects
- 2012 Launching of Edition Norm - Verlag für essentielle Kunst GbR, with Pierre Juillerat
- 2009 Concept and organisation of the group exhibition Farbe Konkret, with Elisabeth Sonneck
- 2009 Concept and organisation of the group exhibition Dickes B.
Work in public collections
- Berlin State Museums, Museum of Prints and Drawings, Germany
- Museum Folkwang Essen, Graphics Collection, Germany
- Artmuseum Basel, Museum of Prints and Drawing, Switzerland
- Art collection of the Bosch Rexroth AG, Lohr am Main, Germany
- Collection of the Golden Tulip Hospitality Group, Berlin
- Collection of the Danish Oil & Nature Gas, Copenhagen, Danmark
Solo exhibitions (selection)
- 2012 4 Blätter, quadratisch geordnet, Position variabel Galerie Manière Noire, Berlin
- 2011 Monomodul Raum für Kunst, Aachen
- 2010 Grids and Grooves Galerie Geymüller, Essen
- 2008 Motive Galerie MARS, Berlin (with A. Grob)
- 2007 269 Farben und Interferenzen Galerie Scotty Enterprises, Berlin
- 2006 Keine Gewissheit für die Augen Galerie Weisser Elefant, Berlin (with E. Sonneck)
Group exhibitions (selection)
- 2013 Kunst jetzt draußen! project in public space, Kunstverein Tiergarten, Berlin (June)
- From Berlin to Leiden - Balzer, Boese, Juillerat, Stäglich IS-projects, Leiden/NL
- Transition Leipzig International Art Programme, Leipzig
- Light Space Projects Phayao, Thailand
- 2012 Punkt.Systeme Wilhelm Hack Museum, Ludwigshafen
- Preview Berlin booth Galerie Manière Noire, Berlin
- Prolog 9 Kunststiftung Poll, Berlin
- 6th International Printmaking Biennial of Douro Auditorium Alijó, Portugal
- Miniature by Serendipity Babette, Berlin
- Buch + Art, Leipziger Buchmesse Galerie Manière Noire, Berlin
- Supermarket Artfair Stockholm booth Rosalux, Berlin
- 2011 A Prospective Get Together Kuiperdomingos Projects, Berlin
- Ortstermin Kunstverein Tiergarten, Berlin
- 2010 Zeit Fehlgeschlagen Kunstraum Kreuzberg, Berlin
- André Evard Kunstpreis der Messmer Foundation Kunsthalle Messmer, Riegel
- 2009 Farbe Konkret Kunstverein Tiergarten, Berlin
- Dickes B. Carlsberg Byen, Kopenhagen
- contemporary art ruhr booth for young artists, Essen
- 2008 Guasch Coranty International Painting Award Centre Cultural Metropolitá, Barcelona
- Intimität und Entfremdung Museo Para La Identidad Nacional, Tegucigalpa, Honduras
- 2007 The Art of Drive and Control Kunstwettbewerb der Bosch Rexroth AG, IHK Würzburg
- Intimität und Entfremdung Museo de Arte de El Salvador, San Salvador
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Links:
Vera Hilger, moderne Landschaftsmalerei zeitgenössische Malerei
Pedro Boese bei Artnews.org
Künstler Ulrich Jansen, Fotografie zeitgenössische Kunst
The Saatchi Gallery - Zeitgenössiche Kunst in London
Mechtild Beckmann - Zeitgenössiche Kunst in Berlin
Konkrete Malerei, Michael Krupp / Aachen
Kuratorin: Susanne Prinz, Berlin
Grids and Grooves
Pedro Boese ist ein abstrakter Maler, dessen Bilder einfache unverwechselbare Formen zeigen.
Seine Motive beschränken sich auf ein begrenztes Vokabular aus verschieden getönten Kreisscheiben, die nachvollziehbaren Ordnungsprinzipien folgend, streng geometrisch strukturiert werden. Die banal an vertikalen und horizontalen Bildachsen orientierten Punkte komponiert Boese in immer neuen rhythmischen Variationen. Es entstehen Reihen und Schachbretter, vollständige Gitter und solche, die das ihnen zugrunde liegende Raster kaum mehr erahnen lassen.
Der Farbauftrag hingegen - alle 16 Leinwände variieren im erweiterten grauchromatischen Feld – kontrolliert den Grad möglicher Raumillusion seiner tektonisch, stereometrischen Bilder. Folgerichtig wirken die Beziehungen der einzelnen Elemente in dem so entstehenden Bildraum weniger gemalt, denn zusammengesetzt.
Die beiden Prinzipien seiner Bildproduktionen - formale, strenge Bildarchitektur und luzider Farbauftrag mit starker räumlicher Wirkung – scheinen einander zunächst auszuschließen. Tatsächlich werden die Bedingungen des Malens - der klassische Widerspruch von Bild- und Realraum, die Wirkung von Form und Farbe – hinsichtlich ihrer Gültigkeit für eine zeitgenössische Bildproduktion nochmals grundsätzlich in Frage gestellt.
Diese Synthese aus rationaler Ordnung und sinnlich erfahrbarer Farbschichten ist nicht als Konfrontation sondern als dialektischer Beitrag zum Diskurs über die unumgängliche Illusion von Räumlichkeit, selbst in vollkommen monolithisch bemalten Bildflächen, die vor allem die europäische Kunst mehr oder weniger offensichtlich bestimmt, seit sie sich auf die Ideen des Idealismus einließ. Unter diesem Blickwinkel erscheint die Malerei von Pedro Boese wie eine Reflektion internationaler Moderne auf sich selbst.
Insofern hat Ad Reinhardts radikales Statement: „Kunst ist Kunst und alles andere ist alles andere“ natürlich noch immer Gültigkeit.
Allerdings begreift Boese das vor fast vierzig Jahren Formulierte in seinem Kontext, als im Fahrwasser des Abstrakten Expressionismus die Rezeption nichtgegenständlicher Kunst vorwiegend über die Konstruktion transzendenter Wahrheiten jenseits des Werks funktionierte. Reinhardt forderte Aufmerksamkeit für die Kunst als solche und ihre Freiheit von Mystizismus, Sozialismus, Nationalismus und was der –ismen noch mehr war.
Da das Werk sich Anfang der 60er Jahre ohnehin aufzulösen begann und von Objekten einfacher, dinghafter Existenz ersetzt wurde, die statt von individueller Handschrift von spezifische Materialien und deren Oberflächencharakter und Konsistenzen bestimmt war, erreichte die Abstraktion eine neue Dimension, in der auch illusionistische Elemente ausgedient hatten. Gleichzeitig sollte der Autor – wie etwa bei John Cages Zufallsmusiken – im Werk aufgehen, seine Herrschaftsposition zugunsten eines systemischen, quasi automatischen Verfahrens aufgeben, wie es sich auch in Boeses Lochschablonen spiegelt, die er für seine Leinwände benutzt. Souverän nutzt Boese den Abstand von vier Jahrzehnten, befreit quasi Donald Judds primary structures und unitary forms aus der Erstarrung eines aller Erkenntnistheorie skeptisch gegenüber stehenden Empirismus und schafft einen idealen Raum für sie, der keine metaphysische Fluchtwelt sein will, sondern realer Bildraum.
Gleichzeitig gibt der Künstler Kompetenz an Betrachter und serielles Werk ab.
Er dezentralisiert sozusagen das Subjekt, zieht sich selbst auf das minimale Variieren des Rhythmus zurück, und pflegt äußerst sparsame malerische Techniken. Tatsächlich ist es exakt diese gleichzeitige Ermächtigung von Betrachter und Objekt, die zu einer eigenständigen Position innerhalb der seit der Aufklärung virulent geführten Diskussion über den Charakter ästhetischer Wahrnehmung führt.
Zeitgenössische Abstraktion, wie sie von Pedro Boese verstanden wird, kann und will sich in diesem ideologischen Streit nicht mehr einengen lassen. Sie kennt ihre Wurzeln, weiß um die historischen künstlerischen Positionen beiderseits des Atlantik und verschließt sich auch außereuropäischen Vorstellungen nicht.
So vermitteln die grauen Bilder der Grids and Grooves, deren Schönheit ihren Ursprung in der Gleichzeitigkeit von Geometrie und Ordnung, Einfachheit und Wiederholung, in Ernsthaftigkeit, Disziplin, Harmonie und Statik, Logik und Transzendenz hat, keine eindeutig bestimmte Botschaft. Sie sind offen für die vielfältigsten Erinnerungen, manche Bilder beunruhigen, einige sind extrem rational und bleiben distanziert, aber als Serie gelangen sie zu einer möglicherweise anhaltenden Synthese.
Susanne Prinz